Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen blieb die Stahlindustrie in China im ersten Quartal dieses Jahres mit einem konstanten Angebot und stabilen Preisen stabil. Qu Xiuli, stellvertretende Vorsitzende des Chinesischen Eisen- und Stahlverbands, erklärte, dass die Stahlindustrie voraussichtlich eine bessere Performance erzielen werde, sobald die chinesische Gesamtwirtschaft wachse und die politischen Maßnahmen zur Sicherung eines stabilen Wachstums ihre volle Wirkung entfalten.
Laut Qu haben die inländischen Stahlunternehmen ihre Sortimentsstruktur an die veränderte Marktnachfrage angepasst und in den ersten Monaten dieses Jahres stabile Angebotspreise erzielt.
Die Branche habe in den ersten drei Monaten ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage erreicht, und die Rentabilität der Stahlunternehmen habe sich verbessert und sei im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Die Branche werde auch künftig die stetige und nachhaltige Entwicklung der industriellen Wertschöpfungsketten fördern, sagte sie.
Die Stahlproduktion des Landes ist in diesem Jahr rückläufig. China produzierte in den ersten drei Monaten 243 Millionen Tonnen Stahl, ein Rückgang von 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilte der Verband mit.
Laut Shi Hongwei, stellvertretendem Generalsekretär des Verbandes, wird die in der Anfangsphase festgestellte Nachfrage nicht verschwinden und die Gesamtnachfrage wird sich allmählich verbessern.
Der Verband geht davon aus, dass der Stahlverbrauch in der zweiten Jahreshälfte nicht niedriger sein wird als in der zweiten Jahreshälfte 2021 und dass der gesamte Stahlverbrauch in diesem Jahr in etwa dem des Vorjahres entsprechen wird.
Li Xinchuang, Chefingenieur des in Peking ansässigen Chinesischen Instituts für Planung und Forschung der Metallurgieindustrie, geht davon aus, dass der verbrauchsbedingte Neubau von Stahlinfrastruktur in diesem Jahr bei rund 10 Millionen Tonnen liegen wird, was eine bedeutende Rolle für die stabile Stahlnachfrage spielen wird.
Die volatile Entwicklung des internationalen Rohstoffmarktes hat die Stahlindustrie in diesem Jahr negativ beeinflusst. Zwar erreichte der chinesische Eisenerzpreisindex Ende März 158,39 US-Dollar pro Tonne, was einem Anstieg von 33,2 Prozent gegenüber Jahresbeginn entspricht, doch die Preise für importiertes Eisenerz sinken weiterhin.
Lu Zhaoming, stellvertretender Generalsekretär des Verbandes, sagte, die Regierung messe der Sicherung der Ressourcen der Stahlindustrie des Landes große Bedeutung bei und verfolge dafür verschiedene politische Maßnahmen, darunter den Eckpfeilerplan, der die Beschleunigung der heimischen Eisenerzförderung betont.
Da China stark von importiertem Eisenerz abhängig ist, ist die Umsetzung des Eckpfeilerplans notwendig, der die Knappheitsprobleme bei den Rohstoffen für die Stahlherstellung lösen soll, indem die Eigenproduktion von Eisenerz in ausländischen Minen bis 2025 auf 220 Millionen Tonnen erhöht und die inländische Rohstoffversorgung gesteigert wird.
China plant, den Anteil der Eisenerzproduktion aus dem Ausland von 120 Millionen Tonnen im Jahr 2020 auf 220 Millionen Tonnen bis 2025 zu erhöhen und strebt gleichzeitig eine Steigerung der inländischen Produktion um 100 Millionen Tonnen auf 370 Millionen Tonnen sowie des Stahlschrottverbrauchs um 70 Millionen Tonnen auf 300 Millionen Tonnen an.
Ein Analyst erklärte, dass inländische Unternehmen auch ihre Produktportfolios modernisiert hätten, um der Nachfrage im High-End-Bereich besser gerecht zu werden, und dass sie kontinuierliche Anstrengungen zur Entwicklung kohlenstoffarmer Produkte unternommen hätten, um eine signifikante Reduzierung des Energieverbrauchs und des CO2-Fußabdrucks zu erreichen.
Wang Guoqing, Direktor des Beijing Lange Steel Information Research Center, sagte, die effektive Umsetzung inländischer Eisenerzentwicklungspläne werde dazu beitragen, die inländische Minenproduktion zu steigern und gleichzeitig den Selbstversorgungsgrad des Landes mit Eisenerz weiter zu verbessern.
Der Eckpfeilerplan des chinesischen Eisen- und Stahlverbandes wird auch die inländische Energiesicherheit weiter gewährleisten.
Veröffentlichungsdatum: 02.06.2022